Wechseljahre der Frau - Sturm im Körper
Die Wechseljahre der Frau liegen liegen in der Regel zwischen dem 45. und dem 55. Lebensjahr. Der Körper stoppt in diesem Zeitraum die monatliche Regelblutung, die erst unregelmäßig auftreten und schließlich ganz ausbleiben. Die Folgen dieser Veränderung, die sich über Jahre erstrecken kann, sind oft dramatisch, denn bei etwa zwei Dritteln aller Frauen wird es spürbar turbulent im Körper: Neben den häufigsten Beschwerden wie Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen und Austrocknung der Schleimhäute, zum Beispiel in der Scheide, macht sich bei einigen Frauen auch die sexuelle Lust davon. Etwa ein Drittel der Frauen hat ernsthafte organische und gesundheitliche Probleme. Langzeitfolgen des Hormonmangels sind eine verstärkte Entkalkung der Knochen bis hin zu Osteoporose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Verantwortlich für die körperlichen Probleme ist, dass die Produktion der Geschlechtshormone Östrogen (Östradiol) und Progesteron nach und nach versiegt. Mediziner behandeln den Hormonverlust häufig durch eine Hormonersatzbehandlung, die jedoch erst nach einer sorgfältigen Prüfung der individuellen Umstände angezeigt ist.
Hormonsturz nicht gleich Luststurz
Doch die Ursachen einer brachliegenden Libido sind viel komplexer und nicht nur auf die hormonelle Talfahrt zurückzuführen. Dass sich die weibliche Sexualität durch den Hormonabfall nach der Menopause verändert, sei ein "hartnäckiges Vorurteil", kritisieren Experten. Sexuelle Probleme zwischen den Partnern würden oft den Frauen in die Schuhe geschoben, so die Erfahrung von Psychotherapeuten. Wissenschaftlich ist ein Zusammenhang zwischen Hormonabfall und nachlassender sexueller Lust nicht erkennbar. Zwar leiden viele Frauen unter Trockenheit der Scheide und Schmerzen beim Verkehr, aber dies hat keinen wesentlichen Einfluss auf die Lust und Zufriedenheit. Eine Studie scheint das zu bestätigen. Experten befragten 52 Frauen zwischen 60 und 90 Jahren nach ihren sexuellen Wünschen und Aktivitäten. Rund 50 Prozent der Frauen, so das Ergebnis, hatten erotische Träume und 75 Prozent gaben an, ihren Körper selbst zu streicheln. Das Fazit der Mediziner: Was Frauen viel mehr beschäftige, sei die Unsicherheit, ob das, was sie im Alter bieten können, noch den gängigen Vorstellungen genüge.